Im 1. Dachgeschoßausbau in Passivhausweise mit Nullenergiebilanz in Wien wurden Latentwärmespeicher auf Paraffinbasis verbaut.
Die 12 einzelnen, modular aufgebauten Wärmezellen mit je 10-12 kWh Speichervermögen wurden von uns erstmals mittels solartauglichen Pressfittings parallel (Tichelmann) verschaltet.
Da der Installateur vor Ort nicht in der Lage war, die Verrohrung fachgerecht durchzuführen, mußte ein Solarteur einspringen: Die Verrohrung der Latent-Speicher wurde verpreßt.

Die höheren Kosten der Pressfittings wird durch die Einsparungen bei der Arbeitszeit aufgefangen.
Die Firma Blau aus Wien 23 hat uns für diese Installation das Presswerkzeug zur Verfügung gestellt, wofür wir uns an dieser Stelle bedanken möchten.

Die Leitungen der restlichen Installation wurden verlötet. Dabei wurde Stickstoff als Formiergas eingesetzt um Korrosion und “Zunder” in den Rohren zu vermeiden. Die Leitungen wurden mit 6 bar (über 24 Std.) abgedrückt.
Da das MAG (Membran-AusdehnungsGefäß) unweit der Kollektoren montiert werden mußte, wurde eine (kunstvolle) Kühl- u. Kondensier-Strecke diesem vorgeschaltet um das Medium, welches bei Anlage-Stillstand (bis 152°C Dampftemperatur) aus den 11 Kollektoren des Ostfeldes durch den Dampf in die Leitungen gedrückt wird und vom MAG aufgenommen werden muß, auf maximal 70°C abzukühlen, da die Membran eines MAG nur bis max. 70°C temperaturbeständig ist.
Alle Dichtungen im Solarkreis sind Glykol- u. hochtemperaturbeständig (KEINE Hzg.-Dichtungen!).
Auch wurden spezielle Glykoltaugliche (bis 50%) und bis 170°C temperaturbeständige Solarkugelhähne als Absperrorgane und KFE-Hähne verbaut.
Entlüftet werden die Latent-Speicher mittels Spirovent-Microblasenabscheider jeweils am VL und RL der Wärmetauscher (WT). Am VL der Kollektoren sind Spirovent-Durchlauf-Automatik-Entlüfter mit AutoClose-Funktion, die bei 90°C die Automatische Entlüftung einstellen und damit auch für den Dampfbereich von Solaranlagen geeignet sind, eingebaut.
Die Umwälzung des Mediums ist mittels 2 Hocheffizienz-Energiespar-Pumpen (WILO-Stratos-ECO-ST – min. 5,6 W – Laufzeit pro Jahr ca. 2000 Std.) in 2 SDA-PAW-Solarstationen realisiert, die von einer speziell für diese Anlage von der Firma NXT-Control entwickelten Steuerung mittels 0-10V-Signal direkt Drehzahlgeregelt werden. Dabei wird, je nach Jahreszeit entweder (im Sommer, wo enorme Leistungsüberschüsse vorhanden sind und dadurch auf Wirkungsgrad der Kollektoren ohne weiters verzichtet werden kann) zuerst die Kollektortemperatur Zwecks schnellem Erreichen der Brauchwasser-Temperatur auf 60°C gehalten (Absolutwert-Regelung auf einen Sensor) und bei Erreichen von einer Temperaturdifferenz von 12-14K zum unteren Speicherbereich, diese konstant gehalten (Differenz-Regelung zwischen 2 Sensoren), oder (im Winter, wo jedes Watt wichtig ist) von haus aus auf diese Temperaturdifferenz geregelt um den Kollektor immer so kalt wie möglich zu halten und dadurch immer den bestmöglichen Kollektor-Wirkungsgrad zu erreichen. Der Wechsel zwischen den Jahreszeiten-Einstellungen soll über die Langzeit-Mittelung der Außentemperatur kontinuierlich erfolgen.
Außerdem wurde statt des üblichen Umschaltventils zwischen Brauchwasser- u. Puffer-(hier: Latent-)Speicher (PowerTank = PT) ein SOLARtauglicher (ESBE-)Mischer eingesetzt, der dem, für die Heizungsunterstützung ausgelegte Kollektorfläche, viel zu kleinen Brauchwasser-WT nur so viel Volumenstrom zukommen läßt, dessen Wärme dieser auch übertragen kann. Der restliche Volumenstrom wird, wenn der PT auf dem momentanen Temperaturneveau noch Wärme aufnehmen kann, an den Solar-WT des PT übergeben um soviel Wärme wie möglich in den Speichern zu lassen und die Kollektoren so kalt wie möglich zu bertreiben (s. oben).
F.f.
SolarDoktor
NEU! – EKS-Aktion 2011